Landkreis Bayreuth. Der Traum vom Profi-Leistungssport ist für Johannes Nolda aus Mehlmeisel aus gesundheitlichen Gründen geplatzt. Doch aufgegeben hat er seinen Olympia-Traum nicht. Statt als Athlet lebt er ihn nun in anderer Rolle – als angehender Trainer und Teilnehmer des Deutschen Olympischen Jugendlagers bei den Winterspielen in Mailand und Cortina.
Mit 16 Jahren bei Olympischen Spielen – als aktiver Sportler wäre Johannes Nolda einer der Jüngsten gewesen. Doch hohe Entzündungswerte am Herzen zwangen den Langläufer des SC Neubau im vergangenen Jahr zu einer schweren Entscheidung: kein Leistungssport mehr. Das Risiko war zu groß.
Lange haderte er nicht. Schnell stand fest: Wenn nicht als Athlet, dann als Trainer.
Seine Trainerlaufbahn steht noch am Anfang, die Ausbildung startet er erst nach den Spielen. Dennoch durfte er sich gemeinsam mit rund 40 engagierten jungen Ehrenamtlichen aus ganz Deutschland bereits jetzt einen Traum erfüllen: Mit dem Deutschen Olympischen Jugendlager ist er ganz nah dran an den Stars der Winterspiele.
Treffen mit dem Bundespräsidenten
Ein besonderes Highlight wartete gleich zu Beginn: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nahm sich anderthalb Stunden Zeit für den Austausch mit den Jugendlichen. Gemeinsam sprachen sie darüber, wie junge Menschen für das Ehrenamt begeistert werden können – ein Thema, das auch Johannes besonders am Herzen liegt.
Neben dem Bundespräsidenten waren auch First Lady Elke Büdenbender, der deutsche Botschafter in Rom, Thomas Bagger, sowie Generalkonsulin Susanne Welter vor Ort.
„Man trifft den ja nicht jeden Tag“, sagte Nolda im Anschluss an das Gespräch.
Vom Leistungssport ins Ehrenamt
Für Johannes war der Schritt ins Ehrenamt nach dem Karriereende fast selbstverständlich.
„Wenn man selbst mit dem Leistungssport aufhören muss, fällt ein großer Teil des Lebens weg. Da stellt sich die Frage: Wie bleibe ich dem Sport trotzdem treu?“
Seit dem vergangenen Jahr trainiert er beim SC Neubau Kinder zwischen sechs und zehn Jahren sowie im Skiverband Oberfranken Jugendliche im Alter von zwölf bis 17 Jahren. Dass Verein und Verband ihn für das Olympische Jugendlager vorgeschlagen haben, wertet er als Anerkennung für sein Engagement.
Langlauf darf nicht fehlen
Nach einer Woche in Mailand – untergebracht in einem Hostel nahe des Domplatzes – geht es für die Gruppe weiter nach Brixen. Von dort besuchen die Jugendlichen verschiedene Wettkampfstätten in den Bergen.
Für Johannes stand fest: Ein Langlauf-Wettkampf muss dabei sein.
„Darauf freue ich mich wahnsinnig.“
Zusätzlich wird er Eiskunstlauf, Eisschnelllauf, Skeleton und Biathlon live erleben.
Auch menschlich passt es: Die anfängliche Sorge vor dem Sechserzimmer ist längst vergessen. „Wir sind jetzt schon eine richtige Freundesgruppe.“
