Oberfranke erfüllt sich Traum von Olympia
Johannes Nolda reist als Betreuer zu den Olympischen Winterspielen nach Mailand/Cortina
Der Traum von Olympia lebt – auch abseits der Wettkampfstrecke. Johannes Nolda vom SC Neubau darf im Februar 2026 die Olympischen Winterspiele in Mailand/Cortina hautnah miterleben. Nicht als aktiver Athlet, sondern in seiner neuen Rolle als Betreuer und Nachwuchstrainer.
Der 16-Jährige aus Mehlmeisel war bis 2025 selbst ambitionierter Langläufer. Zehn Jahre lang trainierte er unter Stephan Popp, dem ehemaligen Bayerischen Landestrainer und heutigen Cheftrainer Nachwuchs Langlauf im Deutschen Skiverband. Fünf Jahre davon auf Leistungssportniveau. Doch gesundheitliche Probleme zwangen ihn dazu, seine aktive Laufbahn frühzeitig zu beenden.
„Ich musste die Reißleine ziehen, weil mir die Ärzte dringend dazu geraten haben“, sagt Nolda. Eine schwere Entscheidung, denn mit dem Karriereende platzten auch sportliche Träume. „Da ist schon eine Welt zerbrochen.“
Neuer Weg: Vom Athleten zum Trainer
Ganz vom Langlauf wollte Johannes Nolda dennoch nicht lassen. Auf Anraten seines ehemaligen Trainers begann er, erste Erfahrungen als Trainer zu sammeln – beim SC Neubau und im Skiverband Oberfranken. Im Februar startet er nun offiziell in die C-Trainer-Ausbildung.
Trotz Schule und Trainingsbetrieb scheut der Elftklässler den Aufwand nicht. „Zeitmanagement lernt man im Leistungssport automatisch“, sagt er. Sieben Trainingseinheiten pro Woche waren früher normal – heute kommen Vorbereitung, Nachbereitung und Trainingsdokumentation hinzu. „Ich kann viel aus meiner aktiven Zeit weitergeben.“
Einladung zu Olympia
Durch sein ehrenamtliches Engagement eröffnete sich für Johannes eine besondere Chance: Er wurde als einer von rund 40 jungen Ehrenamtlichen und Nachwuchsathleten für das Deutsche Olympische Jugendlager ausgewählt. Unterstützt wurde er dabei maßgeblich vom SC Neubau und dem Skiverband Oberfranken.
Das Programm wird vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) organisiert und ermöglicht Jugendlichen im Alter von 16 bis 19 Jahren einen einzigartigen Einblick in die Olympischen Spiele. Nach einem Vorbereitungstreffen im November in Frankfurt reist die Gruppe am 5. Februar für eine Woche nach Mailand, inklusive Teilnahme an der Eröffnungsfeier und Einsätzen im Deutschen Haus. Anschließend geht es für eine weitere Woche nach Brixen, ehe am 19. Februar die Rückreise erfolgt.
Olympia hautnah erleben
Neben internationalen Begegnungen und dem olympischen Rahmenprogramm stehen auch zahlreiche Wettkampfbesuche auf dem Plan. Jeder Teilnehmer erhält sieben Tickets. Für Johannes sind Biathlon, Nordische Kombination und natürlich Langlauf gesetzt. „Seit ich vier Jahre alt bin, stehe ich auf Ski. Einen Langlauf-Wettkampf bei Olympia lasse ich mir nicht entgehen.“
Besonders freut er sich darauf, seine Idole live zu erleben – allen voran den norwegischen Superstar Johannes Høsflot Klæbo. Auch Begegnungen mit deutschen Topathleten gehören für ihn dazu. „Die meisten sind total offen, wenn man den Mut hat, auf sie zuzugehen.“
Mehr als Medaillen
Die sportlichen Chancen der deutschen Langläufer schätzt Johannes realistisch ein. „Die Norweger sind das Maß der Dinge, aber im Team sind Podestplätze möglich.“ Viel wichtiger als Medaillen ist für ihn jedoch das besondere Flair der Olympischen Spiele.
„Viele sagen, Olympia hat eine ganz eigene, magische Stimmung. Genau das will ich erleben – für einen Moment alles andere ausblenden und den Sport feiern.“
